16. Oktober 2008 | Kreditassessoren sind nicht allein für die Krise im Kreditgeschäft verantwortlich

Obwohl hauptsächlich die Kreditassessoren wegen Ihrer Rolle in der Kreditkrise in der Kritik stehen, tragen auch Investoren und die Gesellschaft einige Verantwortung dafür. Diese Aussage stammt von Bob Mohr von Corgwell CPI Governance.

Laut Mohr haben die Assessoren sicherlich einen Teil der Fehler zu verantworten. Wenn aber die Schuld beurteilt wird, müssen zwei Aspekte bedacht werden: Erstens, ob die Kreditassessoren unabhängig sind oder nicht, und zweitens, wie groß die Verantwortung der Nutzer dieser Assessments ist.

Durch die Basler Beschlüsse und durch neue Prüfungsstandards wurden die Assessoren in eine neue, wichtige Rolle gezwungen. Obwohl sie nie darum gebeten hatten, profitierten sie doch davon; schließlich sind auch sie kommerzielle Unternehmen.

Im Gegensatz zu den Urteilen der Prüfer und trotz ihrer wichtigen Rolle, gibt es für Kreditassessoren wenige Regelungen, gegenseitige Kontrollsysteme und Verpflichtungen. Daher ist kaum ein regulierender Rahmen vorhanden, und genau dort haben die Regierungen eine wichtige Aufgabe vernachlässigt. 

Und schließlich haben Investoren gezeigt, dass sie blind dem Urteil von Kreditassessoren vertrauen. Dies ist besonders im Falle großer Banken nicht akzeptabel.

Selbst wenn eine bestimmte Zeit (z. B. dadurch, das eine Nacht über eine Entscheidung geschlafen wurde) dafür verwendet wurde, eine gewisse Angelegenheit unterbewusst zu durchdenken, endete dies in der Regel damit, dass eine schlechtere Wahl getroffen wurde.

Wenn es möglich ist, ausreichend Zeit für die Suche nach Informationen aufzubringen oder während des Nachdenkens über eine Wahl relevante Quellen zu befragen, dann besteht die Chance, dass die richtige Entscheidung getroffen wird. Entscheidungen, die unbewusst getroffen werden, können durch irrelevante Faktoren, wie z. B. der Aktualität anstelle der Wichtigkeit einer Information, beeinflusst werden.

Menschen müssen in die Lage versetzt werden, die Vorteile und die Risiken einer Entscheidung sorgsam abwägen zu können. Dieses Ergebnis widerspricht den Theorien, nach denen schnelle und intuitive Entscheidungen oft zu den besten Ergebnissen führen. Dies ist die Ansicht, die Malcolm Gladwell in seinem Buch "Blink - The Power of Thinking Without Thinking" vertritt.

Quelle: financieel-management.nl

 

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